All my friends are debt – Veranstaltungsreihe

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Die Eurokrise gehört seit 2007 zum beständigen Hintergrundrauschen des medialen und linken Diskurses. Seit Januar wird die Diskussion mit neuer Intensität geführt: Durch den Wahlerfolg von Syriza und den bei demnächst anstehenden Wahlen zu erwartenden Triumph der spanischen Linkspartei Podemos scheint die seit Jahren betriebene und für massive Massenverelendung sorgende Austeritätspolitik, die bislang als »alternativlos« galt, nun auf politischer Ebene innerhalb der EU an Rückhalt zu verlieren. Europäische Linksparteien und die Interventionistische Linke jubilieren über das angeblich in Sichtweite gerückte Ende des neoliberalen Kapitalismus, andere sind da skeptischer und weisen daraufhin, dass es sich bei den reüssierenden Linksparteien in Südeuropa lediglich um Sozialdemokratie alter Schule handele – und Syriza spätestens seit ihrer Koalition mit der rechtspopulistischen Partei ANEL ihr wahres, kaum für Illusionen taugendes Wesen offenbart habe. Und in Deutschland reagieren die Medien und Politik so wie man es von Deutschen kennt, die das Gefühl haben, nicht mehr länger als Herr(enmensch) im Haus anerkannt zu werden: Mit Ressentiments und Propaganda. Mittlerweile mehren sich jedoch auch hier die Stimmen im bürgerlichen Lager, die dafür plädieren, Syriza ernstzunehmen.

Ordentlich was los also. Als Teil des linksradikalen Bündnisses M18 Against the Opening-Party of the ECB, in dem dutzende Gruppen und Zusammenhänge der antiautoritären Linken aus ganz Europa organisiert sind, rufen wir dazu auf, am 18. März nach Frankfurt zu fahren. Nicht weil diese Stadt sonderlich schön wäre, sondern um die Feierlichkeiten anlässlich der Neueröffnung der Zentrale der Europäischen Zentralbank gemeinsam mit tausenden Aktivist*innen aus ganz Europa zu stören. Denn an der Austeritätspolitik, die maßgeblich durch die EZB ins Werk gesetzt wird, gibt es nichts zu feiern: Das schöne Leben ist nur jenseits von Staat und Kapital zu haben.

Aus Hamburg fahren mehrere Busse nach Frankfurt, Tickets könnt ihr euch ab sofort im Schanzenbuchladen oder im Infoladen Wilhelmsburg besorgen (keine Sorge, wenn ihr eure Monatsration Geld bereits in Blutalkohol und ähnliches investiert habt – die Tickets kosten echt nicht viel).

Im Vorfeld des Aktionstags organisieren wir zusammen mit GROW und in Kooperation mit Gruppe gegen Kapital und Nation Hamburg eine Veranstaltungsreihe mit dem schönen Titel »All my friends are debt. Krise, Austerität, Widerstand«. Damit wollen wir euch nicht nur motivieren, mit uns nach Frankfurt zu fahren, um ordentlich Ramtamtam zu machen (natürlich im Rahmen des strafgesetzlich Erlaubten – Kein Betreten des Bahnsteigs ohne Bahnsteigkarte). Sondern auch verschiedene Themen wie Linksreformismus und regressive Formen des Antikapitalismus kritisch beleuchten.

01. März | Rote Flora: »Zinsen, Zocker, Zionisten? Zum reaktionären Weltbild des regressiven Antikapitalismus«. Mit Lothar Galow-Bergemann (schreibt u.a. für konkret, Krisis und Jungle World): http://tiny.cc/943jux

03. März | Kollektives Zentrum (KoZe): »Antinationaler Klönschnack: Rechtspopulismus in der Eurokrise«: http://tiny.cc/d43jux

05. März | Rote Flora: »Von Heuschrecken und Rehen. Oder: Wie das Verhältnis von Finanzkapital und Industriekapital wirklich ist«: http://tiny.cc/a33jux

14. März | tba: »Syriza, Podemos, Venceremos?« Podiumsdiskussion zu Perspektiven sozialer Bewegungen in der Eurokrise. Mit Nikolai Huke (analyse & kritik) und Jan Ronahi (Lower Class Magazine): http://tiny.cc/013jux

Ihr findet die Themen spannend und wollt mehr darüber erfahren? Ihr findet Protest gegen die EZB politisch problematisch und fragt euch, was das alles soll? Kommt rum und diskutiert mit!

 

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